The Future Of Shar-Pei

Der Shar-Pei ist eine Rasse, die in Dailick (oder auch Dali in der Guongdong Provinz, Südchina) ihren Ursprung hat. Diese Rasse ist eine sehr ursprüngliche Züchtung und wurde sowohl für die Jagd als auch für den Kampf eingesetzt. Überlieferungen zufolge erreichten Shar-Pei eine Schulterhöhe von bis zu 60 cm und besaßen ein Gewicht von bis zu 60 Pfund. Leider waren Haustiere nicht mehr erlaubt, nachdem im Jahre 1949 der Kommunismus in China die Regierungsform wurde. Nahrung war zu dieser Zeit knapp und sowohl Menschen als auch Tiere hungerten. Dies hatte zur Folge, dass der Shar-Pei seine ursprüngliche Größe verlor.

Überraschenderweise war in den frühen 1950er Jahren die Grenzkontrollen zwischen China und Hong Kong nicht so streng, wie man annehmen sollte. Viele Shar-Pei gelangten nach Hong Kong und sein Wesen als Kampfhund wurde von Neuem geschätzt. Bis Mitte der 1960er Jahre wurden Shar-Pei in Hong Kong vornehmlich von Chinesen aus der Arbeiterklasse gezüchtet und bei Kämpfen eingesetzt. Einige dieser Hunde wurden im Hong Kong Kennel Club (HKKC) als Chinesischer Kampfhund registriert und auf Hundeschauen ausgestellt, aber nicht als Shar-Pei. Mr. Poon, damals der Geschäftsführer des HKKC, beschlichen Zweifel über die Herkunft dieser Hunde.

Einige der Personen, die an Hundekämpfen teilnahmen, sahen auf den Shows die ausgestellten Tiere. Sie bemerkten, dass ihre für Kämpfe gezüchteten Shar-Pei den ausgestellten mindestens ebenbürtig waren. Deshalb entschlossen sie sich ihre illegalen Aktivitäten aufzugeben und ebenfalls in den Show-Ring zu treten, leider hatten sie keinen Zugang in diese Kreise. Der Shar-Pei blieb deshalb vornehmlich in den Händen der chinesischen Arbeiterklasse und die Tiere wurden in der Regel nicht registriert. Der wesentliche Grund für diesen Umstand war, dass die Ausstellung der Shar-Pei – auch wenn sie einen Preis gewannen – nicht mit monetären Vorteilen verknüpft war. Die finanziellen Chancen und die Atmosphäre, die die Hunde Kämpfe umgibt, waren einträchtiger und befriedigender als die Vorführung der Shar-Pei bei Ausstellungen. Ein weiteres, damals häufig genanntes Argument war, dass die Juroren, welche meist aus Übersee kamen, diese Merkmale und Eigenheiten der Rasse Shar-Pei nicht verstehen und sie deshalb nicht bewerten konnten. Zu diesem Zeitpunkt züchteten nur noch wenige den ursprünglichen traditionellen Shar-Pei. Dieses Situation und weitere Hintergrundinformationen wurden Mr. Bindley, dem Vorsitzender des London Kennel Club, im Jahre 1968 bei meinem ersten Besuch im Vereinigten Königreich vorgetragen.

In den 1970er Jahren begannen einige verantwortungslose Züchter damit, den Shar-Pei mit Bull-Mastiff, Bullterrier, Bulldogge und Boxern zu kreuzen. Sie waren der Ansicht, dadurch den Shar-Pei zu einer noch imposanteren Statur zu verhelfen und seine Kampffähigkeiten zu verbessern. Andere wiederum kreuzten die Rassen mit der Absicht eine Art von Shar-Pei zu schaffen, die ausgeprägte Falten und ein großes Maul besitzt. Dies war die Geburtsstunde des so genannten „meatmouth“ Shar-Pei. Ich muss anmerken, dass der Begründer der “meatmouth” Linie eine Kreuzung zwischen Shar-Pei und einer regionalen Chow Chow Hündin mit weichem Fell war. Nichtsdestotrotz sorgte das Erscheinungsbild des neuen „meatmouth“ Shar-Pei für großes Interesse auf den Märkten in Übersee.

Seltsamerweise wurde in den Vereinigten Staaten zu dieser Zeit völlig unbemerkt eine Kennel Association gegründet, die sich zum Ziel gesetzt hatte, von den Shar-Pei Rassehunde/Stammbäume zu produzieren und diese dann über die Grenzen von Hong Kong hinaus in alle Welt zu exportieren. Inmitten dieser Hunde, die nach Übersee gelangten, waren ohne Zweifel auch Tiere mit einer sehr reinen Linie. Aber da der Genpool nach wie vor sehr überschaubar war, wurde die Kreuzung von verschiedenen Rassen erneut als unvermeidbar angesehen. Grund hierfür war die Notwendigkeit eine größere Anzahl an Tieren zu erhalten um Interesse bei lokalen Züchtern und in Übersee zu wecken. Vor allem aber um den sich abzeichnenden profitablen Überseemarkt zu bedienen. Wegen der im Vorfeld genannten Gründe war es für den HKKC unmöglich den traditionellen Shar-Pei als Rasse (rechtssicher) zu definieren und anerkennen zu lassen solange der geschichtlich jüngere „meatmouth“ nicht in die internationalen Rassen Kataloge aufgenommen wurde.

Während in Übersee die Popularität der Rasse Shar-Pei immer weiter wuchs erhielt sie in der Region, aus der sie stammt, weniger Aufmerksamkeit, als sie es eigentlich verdient hätte. Der Grund dafür war ganz einfach – die meisten Chinesen wussten, dass die Hunde, welche nach Übersee gelangten, sehr weit von den ursprünglichen Eigenschaften und Fähigkeiten abgewichen waren, die ein Shar-Pei haben sollte. Wie bereits früher erwähnt, war dieser neue Typ des Shar-Pei von einer Vielzahl eingekreuzter Rassen beeinflusst worden. Erst im Jahre 1989 wurde die Rasse offiziell anerkannt und von den Sachverständigen angenommen. (Vor diesem Zeitpunkt durfte die Rasse Shar-Pei nur auf Ausstellungen mit ihres gleichen ausgestellt werden, so dass diese Ausstellungen nur von wenigen Interessenten besucht wurden.)

Glücklicherweise begann eine Vielzahl von echten Enthusiasten mit der Züchtung des ursprünglichen Shar-Pei. Sie nahmen sogar in Kauf mit dem Gesetz in Konflikt zu kommen als sie die Hunde nach Hong Kong hineinschmuggelten. Und selbst dann waren noch weitere Hindernisse zu überwinden. Verantwortlich dafür sind drei verschiedene Interessengruppen von Züchtern, deren Ansichten sich völlig unterscheiden und zu Reibereien führen. Die eine Gruppe ist der Meinung, der Shar-Pei ist heute ein Haustier und deshalb ist der moderne Typ gleichwertig zu behandeln. Diese Züchter haben ihre eigenen Kennel Associations gegründet und bringen ihre Hunde vorzugsweise nach Übersee um dort schnelles Geld zu machen. Die andere Gruppe vertritt die Meinung, der Shar-Pei muss über die Eigenschaften für die Jagd und den Kampf verfügen. Sie sind diejenigen, die den traditionellen Typ – bonemouth – bevorzugen. Die letzte Gruppe hat Ansichten, die zwischen den beiden vorgenannten Einstellungen liegen.

Dieses Problem wurde bei Bewertungen in den Entscheidungen der Juroren von Übersee deutlich. Sie mussten entscheiden, welche Shar-Pei für sie stimmig waren – diese Bewertung hatte den Vorteil, dass sie objektiver und nicht von irgendwelchen Vorurteilen beeinflusst war. Auf jeder Ausstellung, mit Ausnahme der Pal Show im Dezember 1989, entschieden sich die Preisrichter für die aktiveren und weniger gestörten traditionellen bonemouth Shar-Pei. Während der Frühlingsschau (13.03.1990) zeichnete Mrs. Mann einen ursprünglichen statt eines modernen Shar-Pei aus. Nach den Gründen gefragt, erklärte Mrs. Man, dass sie noch nie einen traditionellen Shar-Pei gesehen hätte. Aber bei der Bewertung dieser beiden Linien hätte sie nunmal einen stimmigen Hund auswählen müssen, der einen ausgeglichenen Eindruck macht und den korrekten Körperbau besitzt. Später während der Sommerschau bewertete Mrs. L. Lee – Vorsitzende des Malaysia Kennel Club – die Hunde in der Shar-Pei Klasse. Ihre Meinung war, dass Hunde mit schlechter Gesundheit und genetischen Defekten nicht bei der Bewertung teilnehmen sollten. Ihre Aussagen können auf die Gesundheitsprobleme bezogen sein, welche im besonderen offenkundig bei den Shar-Pei mit starken Falten auftreten. Beide damals zuständigen Juroren zeichneten einen in meiner Erinnerung wesentlich besseren Hund aus, der einen stimmigeren Gesamteindruck machte.

Für mich steht es außer Zweifel, dass die (Über-)Züchtung zum stark faltigen Shar-Pei zum Entropium und den Hautproblemen führten. Außerdem habe ich sehr oft Shar-Pei mit einem definitiv fehlerhaften Körperbau gesehen. Sie hatten eine hängende Rute, niedrige Schultern und eine hohe Hinterhand, einen breiten Fang oder wulstige Lippen mit ausufernden Falten. Einige Fälle waren der wahrhaftige Alptraum eines jeden Tierarztes und eine Schande für ihre Rasse Shar-Pei.

Die meisten von uns haben sich in den letzten 20 Jahren bei der Beobachtung der Rasse Shar-Pei an den Anblick der stark faltigen Shar-Pei gewöhnt. Dieses Bild hat sich bei uns eingeprägt, wir haben uns unbewusst einem Schauspiel mit Fehlern hingegeben und damit unwissentlich den faltigeren Typ akzeptiert, der für einige Menschen der attraktivere ist. Manche haben sogar den ursprünglichen Shar-Pei zurückgewiesen, als sie ihn gesehen haben. Aber wir sollten im Hinterkopf behalten, dass zwei “Falsch” noch lange nicht ein “Richtig” bedeuten.

Ich sage nicht, dass der traditionelle Shar-Pei keine Hautprobleme oder den Augenprobleme hat. Tatsächlich habe ich in China einige Tiere gesehen, die unterernährt und mager sind, von kleinerem Wuchs sind und teilweise auch weniger attraktiv im Vergleich zum sehr faltigen Shar-Pei Typ sind. Wie eingangs schon erwähnt ist der Shar-Pei in China eine in der ursprünglichen Form vorkommende Rasse. Er kann für sich selbst sorgen – deshalb hätte jeder Hund, der genetische Defekte in sich trägt, eine geringere Überlebenschance. Um für die Jagd geeignet zu sein, brauchen die Hunde vor allem einen Geschwindigkeitsvorteil. Der Körper muss ausbalanciert sein und im Vergleich müssen die Hunde auch einen besseren Körperbau, eine korrekte Knochenstruktur und eine ausgezeichnete Beweglichkeit aufweisen.

Zur Haut sei bemerkt, dass ich meine Hunde regelmäßig mit Chinesischem Tee wasche und damit Hautproblemen vorbeugen konnte. Ich glaube, dass die Art der Ernährung in der westlichen Hemisphäre auch ihren Teil zu den Hautproblemen beiträgt. Eine gute Bekannte von mir, Miss Collett – eine berühmte Chow-Züchterin – erzählte mir, dass das Problem bei diesen Tieren auch auftrat, insbesondere wenn der Fleischanteil in der Nahrung zunahm. Zum Verstehen dieser Aussage muss man sich vor Augen führen, dass in der Vergangenheit die Hunde in China nie wirklich geliebt und gehätschelt wurden. Warum werden die Hunde mit normalem Fleisch gefüttert oder sogar komplett auf eine westliche Ernährung umgestellt? Für die Hunde in China war es schon etwas Besonderes, wenn sie einen Fisch bekamen! Ich kann mich erinnern, dass die Shar-Pei Besitzer, welche ich aus früheren Zeiten kenne, ihren Tieren bevorzugt Fisch zu fressen gaben.

Egal welchen Typ Shar-Pei man auch immer bevorzugt, diese Rasse wurde vor dem Aussterben bewahrt, gewann eine wachsende Popularität und nun ist es ihre Zukunft, der wir uns stellen müssen!

Züchter aus Übersee werden mich nicht überzeugen können, dass ihre Hunde keine genetischen Defekte tragen, denn der Genpool ist einfach zu klein. Es sei denn sie unterwerfen sich einem sehr strengen und selektiven Zuchtprogramm um die unerwünschten Fehler auszukreuzen. Andernfalls wird diese Rasse weiterhin unter einer schlechten Reputation leiden, die ihnen durch die Gesundheitsprobleme und die falsche Körperstruktur, welche die Hunde in ihren Bewegungen beeinträchtigt, anhaftet. Ich würde sogar sagen, dass die Einkreuzung des weniger fehlerbehafteten Genpools des traditionellen bonemouth Shar-Pei zu einer Verbesserung und damit zu einer Korrektur der Fehler führt, die in der Vergangenheit begangen wurden.

Nelson Lam

Shar-Pei CLUB HONG KONG

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