Shar-Pei – Die Vererbung der Fellfarben

Welche Farben es beim Shar-Pei gibt, welche Farben begehrt und welche Farben unerwünscht sind, daß kann man auf den meißten einschlägigen Shar-Pei Seiten nachlesen. Ich möchte hier eine Veröffentlichung vorstellen, die etwas Aufschluß über die Entstehung der Farben bei der Shar-Pei Zucht geben kann.

Der folgende Text wurde ursprünglich Chinese Shar-Pei Stud Book Number 3, Ausgabe 1983, veröffentlicht. Diese seltene Rasse muß viele Änderungen durchlaufen, bevor sie sich stabilisiert. Fast für immer verloren, wurde die Hunderasse Shar-Pei, die eine der ältesten bekannten Hunderassen überhaupt ist, durch einige engagierte Züchter vor dem aussterben bewahrt. Die Vererbung der Fellfarben ist kompliziert, aber dadurch das immer mehr Tiere importiert werden und die Shar-Pei Zucht populärer wird, erscheinen neue Farben aus längst vergessenen oder verlorenen Genkomplexen.

Schwarz / Leber
(kein Scherz, die Farbe heißt Leber) diese Farbe, die von allen Gehn Reihen am grundlegendsten ist, wird durch die Farbe der Nase, der Lippen, der Augeränder und der Fußballen definiert. Alle Hunde, unabhängig von ihrer tatsächlichen Fellfarbe, sind entweder schwarz oder Leber. Leber ist rezessiv. Ein homozygous * (1) ist rezessivhees Leber, wobei die schwarze Fellfarbe durch die Tätigkeit anderer Gene produziert wird, die zu Leber geändert werden. Die grundlegenden Augenfarben bei allen Hunden reichen vom tiefsten schwarz über braun bis hin zu bernsteinfarben. Das rezesssive Leber Gen * (2) hellt alles auf, egal welche Augenfarbe der Hund hat. So kann ein Leber Shar-Pei nicht die tiefsten schwarzbraunen Augen haben. Wenn schwarz dominierend ist, aber ein heterozygous * (3) Tier das rezessive Leber Gen hat, dann kann die Dominanz von schwarz unvollständige sein. Diese Shar-Pei zeigen ein etwas rostig aussehendes oder ein geflammtes Fell während des Fellwechsels oder während der Zeit der Hormonänderung. Diese schattierten haben kein Muster, die Farbänderungen kommen und gehen mit dem Fellwechsel, einige haben das sogar nur bei der Geburt. Der rostige Farbton kommt nur bei schwarzen Shar-Pei vor, nie bei gelb oder rot Tönen.

Dilute
Dieses stark rezessive dilute Gen ändert alles und ist der einzige Genkomplex, der zur Änderung der grundlegenden Farben der oben genannten fünf Punkte fähig ist. Die Punktfarben auf einem Shar-Pei können sich duch die Einwirkung der Sonne, durch Frost, durch Verletzung, Krankheit, Stress oder durch die Ernährung ändern. Man kann manchmal beobachten, daß sich am Tag vor einer Show die Nase eines Shar-Pei rosa färbt. Einige dieser Änderungen sind temporär und einige sind dauerhaft. Wenn z.B. die Nase duch Verletzung farblich verändert ist, kann man immer noch an der Augenfarbe, den Lippen, den Augenrändern und den Fußballen immer noch die richtige Farbe für den zutreffenden Genotypus feststellen.

Bei einem Tier mit dem Gen für die schwarzen „Points“ das rezessiv (homozygous) dilute ist, ändern sich alle schwarzen „Points“ zu einem Farbton wie Schiefer oder zu dunkelblau. Diese Färbung ist so geringfügig, das diese Shar-Pei manchmal nur etwas “staubig” aussehen. Wenn schwarze Flächen da sind, schimmern diese dann folglich auch blau oder Schiefer, bzw. in Variationen von blau oder Schiefer.

Bei einem Shar-Pei mit dem Gen für die Leber „Points“, können sich die „Points“ zu einem Fleisch Farbton ändern, oder die Punkte schimmern pink, die Fellfarbe wird zu isabella (4) oder zur Fellfarbe eines Weimaraners. Alle Flächen, einschließlich der Maske, können isabella (4) oder in Weimaraner Fellfarbe gefärbt sein. Dilute ändert die Farbe der fawn und der rot Töne und gibt den Farben eine merkwürdige Flachheit. Mit dem dilute Gen verbunden kann eine geflammte Augenfarbe sein, die vom hellsten wäßrigen blau, Haselnuß, bis hin zu loderndem Gelb reichen kann. Ein dunkles Auge kann bei diluten Shar-Pei nicht auftreten. Die diluten Genreihen sind in der Zucht sehr häufig anzutrefen, sie stammen von den ursprünglichen “Tempel Hunden”. Shar-Pei Züchter haben bisher noch nicht über diese Reihe berichtet, aber sie könnte auftreten oder ist bereits aufgetreten, ohne beachtet zu werden (der zuerst gekennzeichnete blaue Hund erschien 1985 *).

gelb-rot
(5) zwei verschiedene Ausprägungen von gelb-rot treten beim Shar-Pei auf. Beide sind rezessiv zum reinrassigen schwarz. Die Interaktion dieser zwei Ausprägungen ist komplex und schwer zu verstehen. Schwarz kann man durch Kreuzung eines gelb-roten Hundes der ersten Fellfärbung mit einem Hund der anderen gelb-roten Färbung erhalten. Es entsteht der Anschein, dass das Schwarz rezessiv ist. In dieser Züchtung verliert jede Farbvariation einen Teil ihrer genetischen Information, so dass die schwarze Fellfarbe zu Tage tritt. (Siehe auch „Farbvererbung bei Hunden“ von Little)

zobelartiges gelb-rot
diese schimmernde und mit Schattierungen versehene Farbe war in der Shar-Pei Zucht recht begehrt (ist es aber nicht mehr, da es für die Juroren keine Möglichkeit zur Unterscheidung von „zobelartig“ oder „gemustert“ gibt). Hunde dieser Zeichnung können mit schwarzem Fell geboren werden und später, wenn das Welpenfell abgestreift ist, eine deutliche zobelartige Zeichnung besitzen. Diese Shar-Pei können auch cremé-weiß mit abgedunkeltem Deckfell zur Welt kommen. Die zobelartige Fellzeichnung kann sich verändern – bei manchen Shar-Pei verändert sie sich im Laufe ihres Lebens mehrfach. Zobelartig-rot ermöglicht beim Shar-Pei eine Vielzahl farbenfroher Musterungen – schwarze Maske, schwarze Zwischenhaare, schwarzer Rückenstriefen oder schwarz gestromt. Falls das Farbgen für Leber vorhanden ist, tritt keine schwarze Färbung auf. Es erscheinen Variationen von Leber wie: leberfarbige Maske, leberfarbige Zwischenhaare oder leberfarbiger Rückenstriefen. Hunde mit zobelartiger Fellmusterung, können eine volle Maske haben, überall Zwischenhaare haben, einen Rückenstreifen aufweisen oder voll gestromt sein, wie auch immer.

auslaufendes gelb-rot
diese Variation ist ebenfalls beim Shar-Pei anzutreffen. Dabei ist die Fellfärbung des Hundes sehr viel gleichmäßiger und ändert sich, verglichen mit der zobelartigen Färbung, im Laufe der Entwicklung des Shar-Pei kaum. Hunde mit dieser Fellfärbung zeigen außerdem keine Merkmale einer Musterung – wie Maske, Zwischenhaare, Rückenstreifen oder gestromte Zeichnung. Manchmal kann man nur anhand des Stammbaumes nachvollziehen, welche Variation von Gelb-Rot bei entstanden ist.

Ein Gelb-Roter Shar-Pei von einer der oben genannten Variationen kann außerdem entweder „Black Pointed“ oder „Liver Nose Pointed“ sein. Das für den Liver Point verantwortliche Farbgenom hat keine farbverändernden Eigenschaften bei gelb-roten Shar-Pei. Falls eine Musterung statt in Schwarz in Leber auftritt, sorgt sie für eine Leber-Maske, Zwischenhaar, Rückenstreifen oder Stromung.

Farbe und Helligkeit des Felles

diese zwei Gene wirken einigermaßen zusammen und erzeugen eine Vielzahl von Farbabstufungen in beiden Typen der vorher aufgelisteten gelb-roten Shar-Pei – sie sorgen außerdem für die Farbschattierungen bei den komplett schokoladenfarbigen Shar-Pei. Keine Beeinflussung erfolgt bei komplett schwarzen oder komplett weißen Hunden. Bei den gelb-roten sorgen diese beiden Gene dafür, dass die Fellfarbe der Shar-Pei von einem reinen cremeweiß bis hin zu einem dunklen, an einen Irish Setter erinnerndes Mahagoni rot reicht. Die zobelartigen Shar-Pei können weiterhin das Gen für eine Musterung besitzen – die Hunde mit auslaufender Fellfärbung besitzen es nicht.

Im Wesentlichen kann man sagen, dass die hellsten, blassesten Farben die mit der höchsten Rezessivität sind, während die dunkleren, kräftigeren Farben die mit der größten Dominanz sind. Bei den schokoladen-farbigen Shar-Pei kann die Farbvariation in einem Bereich von beige bis zu einem dunklen, an Schokoriegel erinnerndes Braun reichen.

Agouti (wolfartige oder Wild- Fellfärbung)
die zur Palette der kräftigen Farben gehörende Variation ist rezessiv zu reinem schwarz und kräftigem gelb-rot. Es ist eine reizvolle Farbvariation mit grauem Halskragen, der von einer silbernen Umrandung eingefasst wird. Die Augenfarbe ist vergleichbar mit dem zarten silberblau der Afghanen und den Blautönen bei Shih-Tzu’s. Diese Farbvariation kann in den Points die volle Farbpalette hervorbringen – so kann beispielsweise schwarz und reines Leber als Fellfarbe auftreten, wobei die für diese Variation typische Augenfarbe erhalten bleibt. Diese Shar-Pei werden mit dieser Färbung geboren. Alle Gene für die Musterung des Felles zeigen auf diese Weise, dass auch eine bläuliche Färbung mit schwarzer Maske oder einer blauen Stromung zustande kommen kann. Mit Leber-Points kann außerdem ein weich eingefasstes beige-grau mit leberfarbenen Flecken erzeugt werden.

schwarz-braun oder braun gepunktet (Black and Tan or Tan Pointed)
diese Veranlagung sorgt für Trubel in vielen selbst gezüchteten Farben. Die für die gelb-rote Fellfärbung verantwortlichen Allele verschwinden für viele Generationen und machen sich dann plötzlich als faustdicke Überraschung in der Wurfbox bemerkbar. Solche plötzlichen Entwicklungen sorgen aber auch bei Weimaranern, Pudeln, Labradors und vielen anderen Rassen für Aufregung. Die Allele für die braunen Punkte sind rezessiv zu schwarz, kräftigen Farben, gelb-rot, Wildfell-grau und besitzen eine stark unterdrückende Wirkung bei auslaufendem gelb-rot.

Die Shar-Pei mit dieser Fellvariation besitzen eine braune Zeichnung an einer oder mehreren der folgenden Stellen: an den Seiten der Schnauze, über den Augenbrauen, dem unteren Hals, in den Ohren, Schmetterling auf der Brust, allen vier Pfoten, um den Anus und an der Schwanzunterseite. Die Farbe der Zeichnung kann farblich dabei von fast silbern bis hin zu einem tiefroten Mahagoni-Ton reichen, abhängig von den Genen, die für die Fellfarbe und die Farbbrillianz verantwortlich sind. Die Stellen des Auftretens der braunen Punkte sind im Gegensatz zum sable gelb-rot in der Vererbungslinie nicht übertragbar. Sie treten allerdings bei den Shar-Pei mit auslaufend gelb-roter Fellfarbe auf, dort in Form einer kaum erkennbaren kräftigeren Fellfarbe. Bei schwarzen und leber-farbigen Shar-Pei treten ebenfalls braune Punkte auf. Bei leber-farbigen Shar-Pei werden sie gewöhnlich als rote und braune schattierungen wahrgenommen. Braun gepunktete Tiere aus der sable gelb-roten Züchtung können ebenfalls eine farbenprächtige Musterung besitzen. So kann eine schwarze Maske einen Teil des braunen Kopfes ausradieren. Auch ist es möglich, dass eine schwarze Tüpfelung einen Teil der Maul-, Kehlen- und Brustlinierung überdeckt. Die braun gepunkteten Bereiche besitzen dann den Anschein eines gestromten Fells – die Erzeugung eines solchen schwarz gestromten Fells ist beispielsweise bei Züchtungen wie dem Boston Terrier erwünscht.

Musterung
In diesem Bereich gibt es viele Unstimmigkeiten mit Farbgenetikern inwiefern hier die Vererbung erfolgt. Alle stimmen allerdings zu, dass diese hauptsächlich bei der sable gelb-roten Linie auftreten – folglich bei gelb-roten, Agouti (Wildform) oder bei braun gepunkteten Tieren. Falls ein Shar-Pei Merkmale beider gelb-roten Linien hat, kann eine Musterung des Fells erkennbar sein – beispielsweise eine Maskierung am Ende des Mauls oder eine angedeutete „Geister-Stromung“. Bei reinem auslaufenden gelb-rot tritt keine Musterung auf.

Eine schwarze Maskierung ist dominant und ausschlaggebend. Sie kann dabei die Spannbreite von „nicht erkennbar“ bis „den ganzen Kopf und die Ohren“ umfassen. Eine Maskierung gibt dem Shar-Pei Gesicht und den Nasenfalten Ausdruck und ist bei Shar-Pei besonders begehrenswert. Sie betont die Augen und akzentuiert die Ohren. Im Gegensatz dazu ist in der Züchtung eine zu ausgeprägte Maskierung nicht erstrebenswert. Wenn das Erbgut eine Gensequenz für die leberne Punktierung enthält, so wird die Maskierung in diesem Fall in Leber auftreten.

Schwarze Spitzen (oder leber-farbene Spitzen, falls dieses Gen hervortritt)
In diesem Fall wird das Schwarz die Spitzen der Haare akzentuieren.

Schwarze trace (oder leber-farbene trace)
Schwarz sorgt für eine Färbung der Spitzen und der trace mark am Kopf und an der Rückenlinie.

gestromtes Fell
diese Variation des Fells wird bei den Shar-Pei auslaufendes gelb-rot oder schwarze Fellfarbe unterdrückt – die Züchtungslinie des echten kräftigen gelb-rot kann diese nicht verbergen. Das gescheckte Fell benötigt eine gefällige Grundfarbe aus dem kräftigen Farbspektrum, überlagert von einer vielstufigen Tigerung des Fells, die von bleistiftdünnen Linien bis hin zu zebraähnlichen Streifen reichen kann. Die Agouti bietet ebenfalls eine wundervolle Basis für eine Fellzeichnung ähnlich der von Irischen Wolfshunden. Das Gen für die Stromung des Fells ist dominant und kann ohne schwarze Maskierung, etc. auftreten. Wenn das Gen für Leber vorhanden ist, wird die gesamte Stromung in Leber über einem beigefarbigen Grund auftreten.

schwarz und Leber ? Schokolade
diese Züchtung ist eine Kombination der dominanten Allele der kräftigen gelb-roten Linie und den dominanten Allelen der schwarzen Züchtungslinie. Bei Vorhandensein eines Gens für Leber erhält man ein komplett schokoladenfarbiges Tier. Das Erbgut dieser Färbung kann in rezessiver Form alle bei den Shar-Pei mögliche Farben enthalten. Dies sorgt dafür, dass eine komplett schwarze bzw. schokoladenfarbige Fellfarbe nur selten zu erreichen ist. Wie bei allen guten dominanten Merkmalen ist es nicht nur schwer, dominant-schwarz und dominant-schokoladenfarbig zu erhalten sondern auch es zu erhalten. Die rezessiven Gene haben trotzdem einen Einfluss auf die dominante Farbe und sorgen für Schattierungen im Fell, wie Rost usw. Eine versuchsweise Kreuzung der reinen schwarzen mit einer schokoladenfarbigen Linie kann dafür sorgen, dass das Gen für leberne Punkte nicht auftritt. Im Gegensatz dazu wird eine Versuchskreuzung mit einer beigen Züchtungslinie vermutlich nichts beweisen – ein Wurf mag vielleicht komplett schwarz sein, aber ein Wurf aus einer Kreuzung mit einer anderen beige-roten Züchtungslinie vermutlich einige beige Tiere hervorbringen. In Zukunft werden reinschwarze Züchtungen, genauso wie rein schokoladenfarbige bspw. bei Pudeln, erfolgreich gegründet werden, aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. Schwarzes Fell nämlich wird im Gegensatz zum schokoladenfarbigen nicht durch die Gene für Farbe und Farbbrillianz bestimmt. Die Kreuzung von schokoladenfarbigen Shar-Pei mit denen aus einer beigen Züchtung sorgt mit hoher Wahrscheinlichkeit für mehrere nachfolgende Würfe von beigen Welpen mit Leberfarbigen Punkten, denen es im Vergleich zu Shar-Pei Welpen mit schwarzen Punkten an Ausdruckskraft fehlt. Weiterhin muss bei den schokoladenfarbigen Shar-Pei darauf geachtet werden, dass in der Züchtungslinie eine sehr dunkle Augenfarbe erhalten bleibt, da das Gen für leber-farbige Punkte für eher für eine Aufhellung der Augenfarbe sorgt. Falls zu Beginn der Züchtung eine helle Augenfarbe genutzt wird, beispielsweise bei einem schwarzen Hund, können hellgelbe Augen erzeugt werden. Für schokoladenfarbige Shar-Pei ist als Augenfarbe ein tiefes bernstein anzustreben. Da eine helle Farbe des Deckfelles einen Eindruck wie „totes Gras“ oder verschmutzt machen können, sollte bei schokoladenfarbigem Hunden ein dunkles Deckfell ins Auge gefasst werden. Achtung: Falls schwarze oder rein schokoladenfarbige Hunde aus der Kreuzung von zwei gelb-roten (beigen) Hunden entstanden sind, so tragen sie die rezessiven Gene für beide Varianten von gelb-rotem Fell.

Weiße Tüpfelung
dies ist ein Problem in nahezu jeder weltweit registrierten Rasse. Es muss dazu gesagt werden, dass es nicht einen Hund gibt, der nicht irgendwo ein paar weiße Haare hat. Weiße Tüpfel sind in allen Züchtungen wichtig. Manche begründen es mit ihrem „flash“, manche sagen, sie bevorzugen die weiße Tüpfelung aus Gründen der Symmetrie, andere meinen, sie sorgt für ein verwegenes Aussehen. Viele Züchter tolerieren einen gewissen Anteil und für einige wenige ist es in jedem Fall ein „geht gar nicht!“.

Dass die weiße Tüpfelung rezessiv vererbt wird, muss bei allen Kreuzungen beachtet werden. Genetiker haben schon immer über diesen Erbgang diskutiert. Little [?] beschreibt es als eine große, stufenweise Vererbung. Whitney [?] unterscheidet in zwei unterschiedliche Linien. Andere wiederum führen viele Allele derselben Züchtung auf. Anscheinend kommt es zum Überkreuz-Austausch zwischen den zwei Linien.

Eigen- und Irische Tüpfelung
diese startet mit ein paar Haaren an der Brust oder weiß unter den Fesseln. Es breitet sich weiter auf der Brust aus, das weiß steigt an der Pfote hinauf zum Nagelbett, weißen Stellen an Bauch und Penishülle, weißer unterer Nacken und weiß um den Nacken ausgedehnt. Weiterhin besteht die Möglichkeit von den Krallen den Fuß hinauf, am Bauch und schließlich beginnt die Färbung des Kopfes, dem Maul und Schwanzspitze folgen. Diese Züchtungslinie ist in der Regel symmetrisch, d.h. wenn ein Teil des Körpers weiß wird, folgt der spiegelverkehrte. Die Änderung des Felles endet gewöhnlich mit einer weißen Flanke und versetzt dazu mit einem komplett weißen Kragen, Rumpfende, Schwanz, den vier Pfoten und symmetrischer Musterung des Kopfes. Im Gesamtbild imitiert der Hund dann einen Boston Terrier. Faktoren oder Modifikatoren scheinen der Schlüssel für die Ausprägung des weiß zu sein damit der Wurf von dieser Färbung verschont bleibt. Die für das weiß verantwortlichen rezessiven Gene können nämlich die Züchtung schnell durchdringen.

Die Gescheckten (flowered, partie-colored)
dies ist eine problematische Züchtung. Sie kann unbemerkt durch einen einfarbigen Shar-Pei an seine Nachkommen weitergegeben werden, wenn die Chromosomensätze der Elterntiere kombiniert werden. Die Scheckung bricht den Körper optisch in verschiedene Teile auf. Sie ist dabei eher zufällig verteilt und folgt nicht einer Symmetrie wie bei der Eigen- und Irischen Tüpfelung. Komplett gefärbte Shar-Pei können Veranlagungen in sich tragen, die irgendwo zwischen kaum erkennbarer Scheckung und dominierender Scheckung liegen. Wie viel davon die Elterntiere in sich tragen, ist dann im Wurf zurückverfolgbar. Die Scheckung kann dabei wie folgt auftreten: uneinheitliche Markierungen treten an der Brust auf, ungleichmäßige Pfoten (eine farbig, die drei anderen weiß, usw.), verwegen aussehend an einer Kopfhälfte, Ringe um die Augen sowie einem farbigen Kopf mit einer solange nachlassenden Färbung des Körpers, bis einige wenige Körperstellen übrig sind. Einige der letzten Körperstellen, an denen das Fell die Farbe verliert sind die Linie über dem Rückgrat oder der Schwanzwurzel. Zuletzt verliert das Fell am Kopf seine Farbe – solange bis bestenfalls noch ein farbiges Ohr übrig ist. „Falls durch das für die Scheckung verantwortliche Gen, wie in manchen Würfen, das Innenohr keine Pigmente besitzt – wie bei Dalmatinern und Bull Terriern – so kann das Tier manchmal taub sein.“ Diese Vermutung ist eine von vielen, welche von den Forschern geäußert werden. Die Züchtungslinie des vollständig Gescheckten ist fest verankert in der Shar-Pei Zucht und muss bei jedem Wurf bedacht werden. Bei den gescheckten Tieren wäre jede Farbe, die außer dem Weiß noch auftritt, die reine Fellfarbe. Das beinhaltet auch Überzüge und rötlich-graue Flecken. So hätte beispielsweise ein Shar-Pei aus der gelb-roten Züchtungslinie mit der genetischen Veranlagung für schwarze Spitzen eine beige Fellfarbe mit schwarzen Spitzen auf seinen gescheckten Flächen. Falls weiß anstelle einer schwarzen Maske auftritt, wäre dieser Tick oder dieses Fleckchen schwarz, usw.

Überzüge
… sind dominant und eine Einflussgröße. Sie besitzen eine Spannbreite von einzelnen Pünktchen bis hin zu stark gruppierten, kräftigen Punkten in den weißen Bereichen.

Gräulich-rote Flecken
… sind rezessiv und eine Einflussgröße. Wie die Überzüge treten sie in den weißen Bereichen von einzelnen Pünktchen bis hin zu gruppierten Punkten auf.

Ergrauen im Alter
wie in blauen oder altenglischen Zuchtlinien

Es ist nicht bekannt, ob diese Linie die Gene für solch eine Ausprägung besitzt. In jedem Fall wären diese Gene aber dominant.

Merle
dies ist eine abgerissene, zerlumpte Färbung des Fells, die nur mit schwarz oder Leber als Grundfarbe halbwegs funktioniert. Falls beide Elterntiere diese Veranlagung besitzen, so entsteht ein Tier mit dominant hervortretenden Defekten. Shar-Pei’s besitzen diesen Typ weißer Färbung nicht.

(1) Homozygote – besitzen diesen Faktor in beiden Chromosomen
(2) Punkte – Nase, Lippen, Augenumrandung und Fußsohlen
(3) Heterozygote – ein doppeltes Gen – je ein dominanter und rezessiver Faktor
(4) Isabella – ein an staubiges rosé erinnernder Farbüberzug mit blassblauer Maskierung und Schattierung…, vom für das Blau verantwortliche Gen ausgehend
(5) gelb-rot – umfasst creme, beige, beige-rot, mahagony, usw.
(6) Allele – ein Merkmal von vielen mit unterschiedlichen Mutationsmöglichkeiten
(7) Epistase – ist eine Form der Gen-Interaktion. Sie liegt vor, wenn ein Gen die Unterdrückung der phänotypischen Ausprägung eines anderen Gens bewirken kann.

Weitere Definitionen

Allele:
Ein Gen des Genpaares.

Heterozygot:
Ein Allel des Genpaares ist in der Abfolge seiner Sequenzen verschieden von dem anderen. Infolgedessen kann das Tier gleichzeitig ein charakteristisches Merkmal (nur von einem Gen bestimmt) via Spermium oder Eizelle an einen Nachkommen übertragen, während der andere Nachkomme ein anderes charakteristisches Merkmal erhält.

Die Gescheckten:
Verantwortlich für den flowered Shar-Pei

Literatur:

[1] „The Color of Inheritance in the Dog“ von Little, veröffentlicht bei Howell’s Book House

[2] „Genetics of the Dog“ von Burns und Fraser, veröffentlicht bei Lippincott

[3] „The German Shepherd Dog“ von Willis, veröffentlicht bei Arco

[4] Verschiedene Bücher von Leon F. Whitney, gewöhnlich bei Howell’s Book House veröffentlicht

Anmerkung:
Der ursprüngliche Artikel wurde in den späten 1970ern oder frühen 1980ern geschrieben. Seit damals konnten weitere Informationen bezüglich des Auftretens von Farben und Mutationen bei Shar-Pei gewonnen werden. Falls sie diese Abhandlung informativ fanden und weitere Informationen möchten – es wurden besonders im Hinblick auf die Fellfärbungen des Shar-Pei in den Zeitschriften „The Barker Magazine“ und „Orient Express“ sowie in vielen anderen Zeitschriften allgemein Artikel zur Vererbung der Fellfarbe bei Hunden geschrieben. Ich hoffe, diese Informationen bringen etwas Licht ins Dunkel der Farben und Farbschattierungen, die man bei den heutigen Shar-Pei beobachten kann.

Farben, die bei amerikanischen Shar-Pei bekannt sind

fawn
ist die am weitesten verbreitete Farbe – die Farbpalette umfasst dabei helles und dunkles fawn (rehbraun) sowie beige-rot. Viele beige Tiere haben dabei eine silbrige Farbnuancierung des Felles, die aber nicht mit eine blauen Schattierung verwechselt werden darf. Eine graue Schattierung des beigen Fells bei einem neugeborenen Welpen ist in der Regel ein Anzeichen für eine spätere Veränderung der Fellfarbe hin zu einem beige-rot.

cremefarben
beinhaltet helle und dunkle Creme-Töne mit Apricot-Nuancen an Ohren, Hachse und entlang der Rückenlinie. Cremefarbene Shar-Pei können außerdem eine schwarze bis holzkohlenfarbige Nase besitzen – manchmal auch „Ziegelstein“-artig (eine Mischung von pink und schwarz bzw. kohlefarben). Das Fehlen von apricot-farbigen Schattierungen des Ohres oder entlang der Rückenlinie ist bei cremefarbenen Hunden eher ungewöhnlich.

silber
diese ungewöhnliche Farbe scheint dem Genpool der fawn farbenen Shar-Pei zu entstammen. Die Hunde besitzen eine platin- bis silberfarbige Schattierung des Fells die ebenso gefällig wirkt wie „Creme“, aber ohne die Apricot-Färbung von Rückenlinie und Ohren. Manchmal tritt bei hellen Silbertönen auch eine kohlefarbige Maske auf. Deshalb ordnen manche Leute diese Hunde der Kategorie der „dunkelhäutigen“ Cremefarbenen zu. Das Silber spielt in der Züchtung keine Rolle und es ist auch bisher sehr wenig darüber bekannt.

schwarz
die meisten schwarzen Shar-Pei in dieser Linie haben ein schwarz schattiertes Fell. Die Schattierung umfasst dabei Rot-, Silber-, Braun- oder Schokoladenfarbtöne. Pechschwarze Shar-Pei sind selten anzutreffen, das Fell ist gewöhnlich stumpf statt glänzend.

dilute
die diluten Shar-Pei besitzen keine schwarzen Pigmente. Das beinhaltet Creme (mit Punkten in pink oder leber), Apricot oder „Five Point Red“ (sehr kräftiges Rot), hell- und dunkel-schokoladenfarbig (von heller Milchschokolade bis hin zu einem dunklen, an einen Schokoriegel erinnernden Braun) sowie zartlila (Mischung aus blau und schokoladenfarbig die an Lavendel erinnert und nur bei den „abgestumpften“ zu finden ist). All diese Varianten besitzen selbstfärbende Bereiche, beispielsweise Nase, Ballen, Krallen, lavendelfarbige Zunge, hellere Augenfarbe.

sable
beinahe schwarze oder Leberfarbene Haarbüschel auf einer stabilen Grundfarbe – z.B. dunkles rot, beige oder „abgestumpft“ (Apricot-dilute mit durchkommenden schokoladenfarbenen Haaren. Ein echter Diluter Shar-Pei hat keine hellere schmetterlingsförmige Musterung auf der Brust oder Punkte auf dem Kopf wie ein Dobermann. Durchscheinende, vom eigentlichen Fell unterschiedliche Farben sind manchmal möglich – ein sattelförmiges Muster ist aber ein Anzeichen, dass es kein echter dilute ist.

rot
sehr selten in der Rasse. Die dabei möglichen Farbabstufungen können von mahagonirot bis hin zu orange reichen. Die Farbe des Fells ist meist sehr dunkel und intensiv und besitzt gewöhnlich insgesamt nur eine sehr geringe Variation. Die Krallen können schwarz bis „self-colored“ sein. Die Farbe der Nase reicht bis hin zu einer stumpfen Färbung, während die Augenfarbe dunkel bis bernsteinfarben ist.

blau
die Farbe blau ist noch recht neu. Die Bandbreite des blaus reicht dabei von sehr dunklem blau (in der Regel bei brushcoat Shar-Pei gesehen) bis hin zu einem silberblau (hauptsächlich bei horsecoat Shar-Pei bekannt). Diese Shar-Pei Welpen besitzen für gewöhnlich bei der Geburt eine hellere Fellfarbe. Die Augenfarbe bei der Geburt ist oftmals blau – sie verschiebt sich im Laufe der Entwicklung hin zu dunkleren Tönen, bernsteinfarben oder gelb-blau. Die Farbe der Zunge umfasst ein Farbspektrum von Lavendel bis Dunkelblau, die Nägel sind „selfcolored“.

isabella
isabella ist ein staubiges, roséfarbenes Fell mit einer blauen Maskierung des Gesichtsbereiches und einem blauen Streifen entlang der Rückenwirbel. Diese Linie besitzt im Fell Punkte in dunklerem blau sowie eine dunkle bis lavendelfarbene Zunge. ACHTUNG: Manche „Isabellas“ besitzen bei Geburt ein komplett blaues Fell und sind nur durch einen beiger Schimmer des Fells an der Kopfspitze von den „echten Blauen“ zu unterscheiden. Im Alter von ungefähr zehn Wochen erfolgt dann eine dramatische Änderung der Farbe von blau nach „isabella“.

lilac
zur Zeit ist lilac die seltenste aller Shar-Pei Farben. Das abgestumpfte blau mit Andeutungen von Schokolade gibt dem Ganzen einen Anschein von violett. Es ist die gleiche Farbe, wie sie die Weimaraner besitzen. Sie wird immer nur bei den Shar-Pei mit abgestumpften Farben angetroffen. Während ein kräftigeres Lila vornehmlich bei brushcoat Shar-Pei gefunden wird, ist bei horsecoat Shar-Pei eher ein zarteres Lila dominierend.

flowered
flowered Shar-Pei besitzen einen zu drei Viertel gefärbten Kopf, oftmals mit einem invertierten „^“ auf dem Hinterkopf, das weiß unterlegt ist. Dieselbe Farbe ist dann auf dem ganzen Körper verstreut in patches und ticking vorhanden. Diese Variation der Fellzeichnung kann bei allen Fellfarben, Blau und Sable, angetroffen werden. Es sollte aber nicht mit dem Irish Spotting Gen verwechselt werden – weiße Pfoten, blasser Brustkorb und gefärbte Schwanzspitze. Die flowered Shar-Pei besitzen außerdem eine sehr helle bis pinke Zungenfarbe, während eine lavendelfarbige Zunge oftmals bei diluten gefunden wird. Gelegentlich kommt auch eine dunkle Zunge vor.

Der chinesische Shar-Pei ist eine sich entwickelnde Rasse bei der es immer die Möglichkeit gibt, dass neue und variantenreichere Fellfarben entstehen.

Den originalen Text in englischer Sprache können Sie unter http://www.shar-pei.com finden.

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