Familiales Shar-Pei Fieber und Amyloidose

wichtige Information Der folgende Artikel stammt im Original von Dr. Linda Tintle, einer stark für die Rasse Shar-Pei engagierten Tierärztin aus den USA. Diesen und noch viele andere Artikel von Dr. Tintle finden Sie unter http://www.wvc.vetsuite.com. Dieser Artikel dient nicht dazu einen Tieraztbesuch zu ersetzen! Er kann aber einem Tierarzt mit wenig Shar-Pei Erfahrung einige Hinweise auf erprobte Therapiemethoden geben.

Das Familiale Shar-Pei Fieber (FSF) ist ein periodisch auftretendes Fieber, dass sich durch zufällige, entzündliche Erkrankungen mit hohem Fieber äußert – manchmal auch mit Schwellungen an Gelenken oder der Schnauze – und das gewöhnlich 12 bis 36 Stunden andauert. FSF ist keine Entzündung, die von einer Autoimmunerkrankung herrührt. Der dem FSF zugrunde liegende Defekt scheint unangemessen starke Entzündungsreaktionen hervorzurufen, weil das Immunsystem die Signale fehlinterpretiert. Dies geht einher mit einer chronisch überhöhten Konzentration von entzündungsauslösenden Botenstoffen im Blut. Diese komplexe Fehlfunktion ist möglicherweise auf sich gegenseitig beeinflussende Mutationen von verschiedenen Genen zurückzuführen. Shar-Pei sind für das FSF außerordentlich anfällig und bei ihnen verstärken sich die Entzündungen meist noch.

Shar-Pei mit FSF zeigen für gewöhnlich die folgenden Sympthome:

Eines oder mehrere der folgenden Symptome gehen meist einher mit den Fieberschüben:

Amyloidose

ist eine Erkrankung, die hervorgerufen wird, wenn eine zu große Menge der aus der chronischen Entzündung resultierenden Abbauprodukte zwischen den Zellen (in der extrazellulären Matrix) abgelagert wird. Die Schwere der Erkrankung und damit das Risiko für Amyloidose ist abhängig von der Stärke der Initialentzündung und der Überreaktion des Organismus auf diese Entzündung. Bei chronisch gewordenen Entzündungen steigt bei den Hunden das Risiko für die Entstehung einer Reaktiven systemischen Amyloidose, die zu einem frühen Tod durch Nierenversagen führen kann.

Nicht jeder an FSF erkrankte Hund wird eine Amyloidose entwickeln, aber die Fieber sind ein Warnzeichen für die von der Norm abweichende Entzündungsquellen und ein Risikofaktor für eine Erkrankung der Nieren. Shar-Pei mit FSF können nichtsdestotrotz 10 Jahre und älter werden. Es ist ein Fall dokumentiert, in dem zwei Shar-Pei schon als Welpen FSF hatten und trotzdem 12,5 bzw. 15,5 Jahre alt wurden. Indem Sie alles tun um den Verlauf der Krankheit beobachten/nachvollziehen und um die chronischen Entzündungen zu verringern, können Sie ihren Hunden helfen ihr Leben so gut – und vor allem so lang wie möglich – zu leben. Leider ist es nicht auszuschließen, dass eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umwelteinflüssen zu einem frühen Tod durch ein Nierenversagen, in seltenen Fällen auch durch ein Leberversagen, führen kann. Dies ist allerdings nur von Einzelfällen bekannt.

Ihr Tierarzt wird bei der Diagnose des Shar-Pei Fieber zunächst andere fiebrige Erkrankungen ausschließen wollen. Die Tests, die dabei durchgeführt werden, orientieren sich an der Konstitution Ihres Hundes. Sie umfassen dabei normalerweise die Analyse des Morgenurins, CBC, chemistry profile, T4, +/- Panel für Krankheiten, die von Holzböcken übertragen werden. Andere Tests, speziell solche für Autoimmunerkrankungen, sind oftmals noch notwendig. Ein Gentest wurde entwickelt und wird zur Zeit am Broad Institute des Massechucites Institute of Technology (M.I.T.), Havard und der Universität von Uppsala in Schweden auf seine Tauglichkeit hin überprüft.

Um Komplikationen zu verhindern, sollte die Therapie des Shar-Pei Fieber so früh als möglich begonnen werden. Hilfreich hierfür ist, dass die Fieberschübe Marker für die Anwesenheit der autoinflammatory (autoentzündlichen) Erkrankungen sind. In einzelnen Fällen sterben Hunde frühzeitig an Amyloidose nachdem nur eine fiebrige Erkrankung festgestellt wurde. Die Anzahl der Fieberschübe und die Zeiträume dazwischen stehen nicht mit dem Schweregrad der chronischen Entzündung in Korrelation. In sehr seltenen Fällen sterben auch Hunde an Amyloidose ohne dass vorher eine fiebrige Erkrankung auftrat bzw. hatten sie ihr erstes Fieber nachdem schon eine Nierenerkrankung auftrat.

Eine Empfehlung für die Behandlung des Shar-Pei Fieber ist die Verabreichung von Colchicine in einer Dosierung von 0,025-0,03 mg/kg Körpergewicht – höchstens 2mal täglich um die Funktion des Darms nicht zu beeinträchtigen. Die einschlägigen Empfehlungen beschreiben, dass man mit einer niedrigeren Dosis bei einer Verabreichung pro Tag starten soll. Danach kann man stufenweise die Dosierung auf Basis der oben genannten Verabreichungsmenge erhöhen bei ein- bis zweimaliger Verabreichung pro Tag – aber nur solange kein Durchfall auftritt. Eine Tablette mit 0,6 mg Wirkstoff ist bei zweimaliger Verabreichung völlig ausreichend für einen Shar-Pei von durchschnittlichem Gewicht. Colchicine ist ein sehr wirksames Medikament, allerdings reichert es sich in den weißen Blutzellen (dem bevorzugten Zielort der Behandlung) an. Zeichen für GI können sehr viel eher auftreten als andere ernste Nebenwirkungen.

Verschiedene Züchter, die Colchicine angewendet haben, haben bei ihren Tieren keine Hinweise auf Schädigungen durch die Verabreichung des Medikaments erkennen können. Einzig kurzzeitiger, gut behandelbarer Durchfall trat auf, der verschwand, als das Medikament wieder abgesetzt wurde. Colchicine behandelt die der Erkrankung zugrundeliegende Sympthomatik – beispielsweise blockiert es die Verbreitung der neutrophilen Granulozyten (eine bestimmte Sorte weißer Blutzellen), senkt die Konzentration des Cytokins (dem Botenstoff der Entzündung) und verhindert außerdem die Bildung des Amyloid-Proteins, dass ein Nebenprodukt der Entzündung ist. Die Erfahrungen aus der Verabreichung von Colchicine haben bisher keine schädlichen Wirkungen gezeigt, selbst bei Kindern, Schwangeren und bei lebenslanger Medikation. Eine Übertragung der Ergebnisse 1:1 auf Hunde ist aufgrund des abweichenden Stoffwechsels nicht möglich. Manche Hunde bekommen durch Colchcine einen chronischen Durchfall, so dass die Dosierung verringert werden oder in schwerwiegenden Fällen ganz abgesetzt werden muss. Probleme können außerdem durch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten. So sollten die Wirkstoffe Colchicine und Cyclosporin (Bestandteil des Medikaments Atopica®) nie gemeinsam verabreicht werden, da dadurch das Risiko für das Auftreten von Knochenmark-Unterdrückung steigt.

Zur Zeit ist der Verkauf von Colchicine durch die U.S. FDA beschränkt worden, nur ein Hersteller darf das Medikament in Verkehr bringen was mit einem exorbitanten Preisanstieg einher ging. Der Handelsname des Mittels lautet Colcrys® und es nach wie vor außerhalb der Vereinigten Staaten – z.B. in Kanada – zu niedrigeren Preisen bei Apothekenketten wie Fallon, Wedgewood, Prescription Specialties etc. erhältlich.

Fieberschübe können mit 50 prozentigem Dipyrone (500 mg/ml) behandelt werden, die (normalerweise 0,5 – 1,0 ml/Hund) unter die Haut gespritzt werden. Alternativ ist auch eine Behandlung mit dem Wirkstoff Meloxicam (Metacam®) behandelt werden. Das ist ein nicht auf Steroiden basierendes entzündungsverringerndes Medikament (NSAID), dass in Abhängigkeit vom Körpergewicht des Hundes verabreicht wird. Dipyrone ist ein IL-1 beta Unterdrücker, der von Apotheken zusammengestellt werden kann bzw. in manchen Ländern frei verkäuflich ist.

Aspirin hat sich ebenfalls als wirksam erwiesen. In bestimmten Situationen kann das Fieber ernste Ausmaße annehmen – dann ist eine Notfallbehandlung durch einen Tierarzt notwendig. Als Grenze wird dabei das Erreichen bzw. Überschreiten einer Körpertemperatur von 41 °C (106 Grad Fahrenheit) genannt. Es ist aber unbedingt notwendig, dass Sie mit dem behandelnden Tierarzt die Behandlung absprechen und er Ihnen die notwendigen Medikamente aushändigt. Der Grund ist, dass bei einer frühen Behandlung des Fiebers – also in der ansteigenden Fieberkurve – die Gefahr verringert werden kann, dass es lebensbedrohliche Ausmaße annimmt. Außerdem ist es am besten, wenn man in solchen Fällen zu Hause schon das passende Medikament zur Hand hat. Vermeiden Sie es unter allen Umständen NSAID zusammen mit Kortikoiden zu verabreichen und alarmieren Sie ihren Tierarzt falls Ihr Hund an Erbrechen leidet, denn Magengeschwüre sind eine häufig auftretende Komplikation.

Bezüglich Verwendung von Eiswickeln oder kalten Bädern:
Solch äußere Kühlversuche sollten nur bei Hunden angewendet werden, wenn die Körpertemperatur 41 °C überschritten hat und Sie auf dem Weg zum Tierarzt sind. Solange die körpereigene Temperaturregelung nicht durch Medikamente beeinflusst ist, wird der Organismus mehr Energie aufwenden um die höhere Temperatur zu halten und den Fieberphase weiter verlängern. Ein in ein Küchentuch gewickelter Eisbeutel, der in die Leistengegend gelegt wird, hilft den Patienten auf dem Weg zur Behandlung zu kühlen.

Manche fiebrige Erkrankungen werden möglicherweise durch Infektionen hervorgerufen. Falls Fieber stark ist, lang andauert und/oder fiebersenkende Medikamente wie Dipyrone, Aspirin oder NSAID nicht anschlagen, dann liegt dem Ganzen möglicherweise eine Infektion zu Grunde, welche behandelt werden muss. Eine tierärztliche Behandlung sollte in Anspruch genommen werden, wenn das Fieber wie schon gesagt sehr stark ist, schlimmer als üblich bei Ihrem Hund, länger dauert als 48 Stunden oder die entzündungshemmenden Medikamente nicht anschlagen. In ganz seltenen Fällen kann eine neutrophile Vasculitis und/oder ein Syndrom mit Hautverschorfung, das einem septischen Schock ähnelt (septic shock-like syndrom, STSS), auftreten. Letzteres steht oft in Zusammenhang mit einer bakteriellen Hyaluronidases, was die Haut des Shar-Pei aufreißen und übergroße Mengen Muzin entstehen lässt.

Der Gesundheitszustand Ihres Shar-Pei sollte regelmäßig überprüft werden. Dabei wird der Morgenurin untersucht ebenso wie das CBC, das Blutbild und der T4 Wert der Schilddrüse. Ein spezifisches Gewicht des Urins unterhalb einer Grenze von 1,020 ist bei Shar-Pei oftmals das erste Anzeichen für Nierenprobleme. Falls dies in einer Analyse auffällt, sollte die Urinanalyse regelmäßig wiederholt werden. Gegebenenfalls ist das spezifische Gewicht des Urins bei Ihrem Hund ja generell etwas niedriger als der als Normal angesehene Wert von 1,020. Medullare Amyloidose ist die häufigste Nierenfehlfunktion bei Shar-Pei und Proteinuria tritt normalerweise erst in einem spätem Stadium der Erkrankung auf.

Die Eiweißkonzentration im Urin sollte deshalb ebenfalls regelmäßig bestimmt werden. Falls eine Proteinuria in einer Urinanalyse festgestellt wird, sollte Protein-Kreatinin-Index bestimmt werden. An FSF erkrankte Tiere sollten untersucht und die genannten Tests durchgeführt werden wenn die Tiere nicht normal fressen, falls sie sich erbrechen, Durchfall länger als ein paar Tage haben, irgendwie krank aussehen oder „nicht ganz beisammen“ sind. Die Routineuntersuchungen sollte bei jungen, aktiven Hunden mindestens jährlich durchgeführt werden. Sinnvoller ist es aber die Hunde routinemäßig in kürzeren Abständen zu untersuchen.

Hyaluronosis

Shar-Pei besitzen ein gesteigertes Hyaluronan Synthase 2 (HAS2) und überschüssiges Hyaluronan (HA). Das führt zu ihren einzigartigen Hautschwellungen und Runzeln. Überschüssiges kutanes Muzin kann zur Bildung von Vesikeln oder Blasen in der empfindlichen Haut führen. Ein gesundes Hyaluronan ist ein integraler Bestandteil für die Gesundheit des Shar-Pei. Geschädigtes Hyaluronan oder solches mit geringerem spezifischen Gewicht ist gefährlich. Die davon betroffenen Molekülstrukturen können das angeborene Immunsystem aktivieren. Das ursprüngliche HA mit hohem spezifischen Gewicht ist der Gesundheit förderlich und hat heilende Wirkung. Wenn Sie es schaffen den vorhandenen HA-Spiegel zu halten oder noch besser zu erhöhen, können Sie die Gesundheit Ihres Hundes verbessern.

Kortikosteroide (z.B. Wirkstoffe wie Prednisone oder Dexamethasone) oder Cortisol werden im Körper des Hundes in Stresssituationen gebildet können die Produktion von Hyaluronan durch HAS2 verringern – dies kann beispielsweise während eines hohen Fiebers oder während einer Krankheit sein. Diese Steroide können das Maul des Shar-Pei schrumpfen und dadurch auch die Runzeln verschwinden lassen. Aus diesem Grund wird manchmal Prednisone in sehr geringer Dosierung genutzt um große Muzinblasen auf der Haut – zu behandeln. Es wird auch eingesetzt um Lymphödeme am Sprunggelenk (eine chronische Schwellung aufgrund einer Flüssigkeitsansammlung) zu bekämpfen.

Falls also bei einem Shar-Pei plötzlich das Maul schrumpft und das nicht auf ersichtliche Gründe zurückgeführt werden kann, sollten unbedingt eine umfassende Untersuchung sowie Labortests veranlasst werden.

Ergänzung zu Hyaluronosis (die Kehrseite der Falten des Shar-Peis):

  1. geben sie qualitativ hochwertiges Futter mit einem geringen Anteil an einfachen Kohlenhydraten:
    ohne Getreide bzw. Futter, dass so wenig „gesundes“ Getreide enthält wie möglich. Fleisch von Tieren aus Freiland-/Weidehaltung sollte bevorzugt werden, wenn das finanziell machbar ist. Diese Fleisch weist einen hohen Anteil an Omega 6-Fettsäuren auf und enthält geringere Mengen Antioxidantien und konjugierte Linolsäure. Ziel ist es, den Arachidonsäurespiegel zu senken und so die entzündungsfördernden Abbauprodukte zu verringern. Ein im Vergleich erhöhtes Verhältnis von Omega 3-Fettsäuren zu Omega 6-Fettsäuren kann dazu beitragen die Entzündungen zu verringern und die Gesundheit verbessern (und damit auch die Sorgen um das Tier verringern!)
  2. tägliche Gabe von hoch dosierten Omega 3-Fettsäuren aus Fischöl:
    Auch hier verschiebt sich das Verhältnis hin zu entzündungshemmenden Abbauprodukten. Ein hohes Verhältnis von Omega 3- zu Omega 6-Fettsäuren in der Nahrung kann ebenso zur Verringerung der Entzündungen beitragen und zu einer verbesserten Gesundheit führen (empfohlen sind Konzentrationen von 900-1800 mg EPA und 450-900 mg DHA – jeweils pro Tag; die Herkunft ist dabei wichtig um Ranzigkeit oder Verunreinigungen zu vermeiden).
  3. Gabe von Lecithin:
    Pro Tag sollten 1-2 Teelöffel (7,5 –15 Gramm) ins Futter gegeben werden um die Choline-Zusammenstellung der “Hyaluronasome” in den Plasmamembran-Lipidmengen zu modifizieren. Das hat möglicherweise einen Einfluss darauf, wie die HA-Fragmente im Körper für einen besseren Abbau bereitgestellt werden.
  4. HyVitalityTM:
    Das ist ein Produkt mit empfohlenen Vitaminen, Mineralien, Antioxidantien und pflanzlichen Inhaltsstoffen, die aufgrund ihrer die HA-Gesundheit fördernden Effekte ausgewählt worden sind. Es wird je nach Gewicht verabreicht. Magnesium ist ein integraler Bestandteil um das HA in seiner hochmolekularen Form zu stabilisieren, da Magnesiummangel in der Shar-Pei-Züchtungslinie sehr häufig auftritt. Starker Cobalamin (Vitamin B12)-Mangel tritt bei Shar-Peis ebenfalls häufig auf. Das Produkt wurde speziell für Hunde entwickelt, da Halter oftmals Schwierigkeiten hatten bei freiverkäuflichen Humanpräparaten die notwendigen Dosierungen zu bekommen. Die Shar-Pei-spezifische Dosierung besteht aus: 50-80mg Alpha Lipoic Acid, 60mg Coenzyme Q10, 100-200mg Magnesium citrate, 1000 mcg Methylcobalamin, 25mcg Vitamin K2 und einer patentierten Mischung aus Boswellia Serrata, Curcumin, Diosvein™ Diosmin & Biotivia™ Trans-Resveratrol.
  5. sichern Sie eine angemessene Vitamin D3-Versorgung:
    Das aktive Vitamin D sorgt für die Abstimmung der überaktiven Rezeptoren in der Entzündungsphase und lässt ihre Funktion wieder auf eine normales Niveau zurückkommen. Shar-Pei, die mit zu Hause oder industriell hergestellter Nahrung gefüttert werden und noch zusätzlich mehr als 10% ihres täglichen Kalorienbedarfs in Form von „Leckerli“ erhalten sowie unter einer Entzündung leiden, haben einen zusätzlichen bzw. erhöhten Bedarf an Vitamin D3. Der Bedarf bei Hunden wird auf etwa 50-475 IU pro 10 Pfund Körpergewicht und Tag geschätzt. Die meisten Hunde, die mit kommerziellen Produkten gefüttert werden, bekommen diese Menge auch über das Futter. Falls aber der Hund auf dieses Futter nicht eingestellt ist, schwere Allergien hat, Arthritis oder chronische Entzündungen hat, ist die zusätzliche Gabe von Vitamin D3 unerlässlich. Besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt die für die Bestimmung des Vitamin D3-Bedarfs notwendigen Test, wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund eine zusätzliche Verabreichung benötigt.
  6. Die Funktion der Schilddrüse:
    Behandeln Sie jedwedes Zeichen einer sekundären Schilddrüsenunterfunktion mit der Gabe von zusätzlichen Thyroid Hormonen. Typische Zeichen sind schütteres bzw. fehlendes Fell, teilweise entlang des Rückens oder auf der Innenseite der Oberschenkel bei gleichzeitig brüchigerem, dünnen Fell am Torso. Man vermutet, dass die HA-Fragmente hormonell die TSH-Freisetzung herabsetzen, indem sie das TLR2 binden. Das führt zu einer klinischen Schilddrüsenunterfunktion, die sich durch einen (leicht) herabgesetzten TSH-Spiegel und einem sehr niedrigen bis leicht verringerten T3/T4-Verhältnis verrät. Dass die Therapie anschlägt, zeigt sich durch ein weicheres, dickeres und stärker gefärbtes Fell sowie besserem Haarwuchs, speziell am Hinterteil. Ebenso verbessert sich die Gesundheit und Aktivität des Hundes wieder, wenn sich der Hypothroidhaushalt wieder auf ein gesundes Niveau eingepegelt hat. Ihr Tierarzt wird die Therapie beobachten um den T4-Gehalt unter einem Wert von 4 µg/dL zu halten.
  7. Probiotisches und der Darmgesundheit Beachtung schenken:
    Die Haut und der Darm sind die größten Barrieren im Immunsystem und enthalten große Mengen an HA. Entzündliche Darmerkrankung zusammen mit Kolitis sind in dieser Züchtung sehr häufig. Vereinzelte Fälle von aufflammendem FSF und immer kürzeren Abständen zwischen den einzelnen Fieberschüben konnten damit bekämpft werden, dass man die Behandlung auf die Beseitigung von überzähligen pathogenen GI Bakterien in IBD-Patienten oder Kolitis auslösenden Faktoren ausrichtet. Falls der Durchfall regelmäßig auftritt oder persistent ist, besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt die Diagnose und die mögliche Behandlung mit verschreibungspflichtigen Medikamenten.
  8. besondere Aufmerksamkeit der Haut und den Ohren widmen:
    Shampoo-Bäder oder das Abreiben mit einem Waschlappen bei Bedarf (Microfaserstaubtücher funktionieren ebenso gut) müssen regelmäßig gemacht werden – bei Hautentzündungen durchaus täglich und bei einem gesunden Tier spätestens aller zwei Wochen. Entfernen Sie oberflächliche Hefe, Bakterien (potenielle Quelle für Hyaluronidasen, Enzyme welche die HA beschädigen) und Allegene wie Pollen oder Stäube. Reinigen/spülen Sie außerdem wöchentlich die Gehörgänge des Shar-Peis sofern sie nicht weit offen sind, wie es bei einem gesunden Tier der Fall ist.
  9. niedrig dosiertes Aspirin (81 mg Wirkstoffgehalt):
    Sie können ihren Hunden pro Tag ¼ bis ½ Tablette geben, falls diese keine Zeichen für eine Magenstörung aufweisen. Die Bildungsrate der Thrombozyten kann ein wichtiger Beschleuniger in ihrer Krankheit sein und das Aspirin verringert das Risiko von Trombolysen. Seien Sie aber vorsichtig, da die Rasse ein erhöhtes Risiko für die Bildung eines GI-Geschwürs besitzt.
  10. Erkennen Sie Probleme frühzeitig:
    Ihr Hund sollte regelmäßig dem Tierarzt für eine vollständige Untersuchung vorgeführt werden. Ebenso ist eine routinemäßige Untersuchung des ersten Morgenurins mit UA notwendig zusammen mit CBC, einem Blutbild und der T4-Bestimmung.

Fazit:
Die Beseitigung von Entzündungsauslösern, die Maßnahmen für einen gesunden Hyaluronspiegel, die Verringerung von chronischen Entzündungen sofern möglich, die Ermöglichung einer guten Ernährung sowie täglich spielerische Übungen sind der Schlüssel für die Erhaltung der Gesundheit bei Shar-Peis.

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